Designer gestalten instagrammable places für Hotellerie, Retail und Gastronomie

Instagrammability ist der neue Marketingtrend von Unternehmen aus den Branchen Hotellerie, Gastronomie und Retail. Die Konkurrenz um Instagram-Follower, welche die Unternehmensinhalte liken sollen, ist groß, daher setzen Firmen für ihre designorientierten Kunden zunehmend auf sogenannte instagrammable places. Instagrammability beschreibt die ideale Szenerie für ein perfektes Instagram-Bild. In Hotel-Prospekten wird bereits mit fotogenen Orten und idealen Kulissen geworben und auch Restaurants und Bars wissen um ein außergewöhnliches Interieur sowie fototaugliche Beleuchtung für erfolgreiches Social Media-Marketing. Design und Architektur solcher insta-freundlichen Arrangements ermuntern im besten Fall den Besucher, eigene Fotos davon zu teilen und somit ganz automatisch das Unternehmen in der Instagram-Welt bekannter zu machen. Und die ist groß: weltweit sind über eine Milliarde Menschen auf Instagram aktiv, in Deutschland sind es 15 Millionen.[i]

Auf internationaler Ebene ist eine Instagram-Wand für Architektur-Projekte aus dem Gastgewerbe bereits Standard. Es ist sogar schon ein spezieller Instagram-Design-Guide auf dem Markt, herausgegeben von einem australischen Architekturstudio[ii]. Der Guide gibt Unternehmen umfassende Tipps für eine höhere Instagrammability, das heißt wie eine instagram-taugliche Umgebung gestaltet werden sollte: „Providing your guests with a visual sense of amazement, creativity and fun from the moment they step into your space, is the best way to set yourself aside from your competitors on social media.”

Instagram beeinflusst also nicht nur unsere Wahrnehmung von Design, sondern der Einfluss der Plattform reicht über die digitalen Grenzen hinaus. Unternehmen nutzen Instagram nicht mehr nur zur Präsentation eigener Bildinhalte, sondern Hotels, Restaurants oder Shop-Konzepte werden konkret nach Instagrammability-Kriterien ausgerichtet. Auffällige Bodenbeläge in Hotellobbys, funky Schriftzüge an den Zimmerwänden, fototaugliche Beleuchtung in Restaurants und perfekt abgestimmte Farbkonzepte in Cafés dienen als perfekte Kulissen für deren visuelle Verbreitung durch like-hungrige Follower auf Instagram.

Das Unternehmensmarketing auf Instagram muss somit auch aus der „analogen“ Perspektive betrachtet werden. Für die Stärkung ihrer Instagrammability setzen Social Media-affine Firmen dabei zunehmend auf die Unterstützung von Objekt-Designern und Innenarchitekten.

Aktuelles Beispiel für die erfolgreiche Gestaltung eines eindrucksvollen instagrammable place ist die Installation einer Pendelwelle im neu eröffneten Münchner Einkaufsquartier „Forum Schwanthalerhöhe“. Das renommierte Designstudio Ingo Maurer hat mit „Dancing Mirrors“ (Design: Sebastian Hepting) einen sehr fotogenen Blickfang innerhalb des Shoptrubels geschaffen: 24 Fadenpendel in einer 17 Meter langen Reihe schwingen mal als geschlossene Linie, mal in Schlangen- und Wellenmustern und steigern sich in ihren Bewegungen zu einem regelrechten Tanz mit scheinbar vorgegebener Formation. Die Choreographie der Pendel ist jedoch an die Naturgesetze gebunden. Besuchern des Einkaufszentrums wird ein kinetisches Erlebnis geboten, das in Zusammenspiel mit den vielfachen Spiegelungen der silbernen Pendeloberflächen nicht nur zum Innehalten, sondern zum Fotografieren und Filmen anregen soll. Und die Instagrammability dieses Ortes scheint zu überzeugen, wie erste Instagram-Posts mit den Hashtags #pendelwelle oder #forumschwanthalerhöhe zeigen. Bilder der Installation werden als besonderer Eyecatcher gepostet – und das Einkaufszentrum als Unternehmen erhält ganz nebenbei die gewünschte Aufmerksamkeit.

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