Die neuen Dekor-, Tapeten- und Bettwäsche-Kollektionen des Textildesign Unternehmens Christian Fischbacher sind auch Ausdruck einer japanischen Designtradition. Das liegt zum einen an der Strahlkraft japanischer Formen auf die moderne Designwelt. Zum anderen wurde das starke Band nach Japan im Familienunternehmen bereits vor Jahrzehnten geknüpft und wird von Generation zu Generation weitergegeben. Das Tochterunternehmen besteht seit 1971. Der japanische Markt ist der umsatzstärkste Einzelmarkt für Christian Fischbacher. Und Camilla und Michael Fischbacher lebten fünf Jahre lang mit ihrer Familie in Japan.

Art Director Camilla Fischbacher nutzt das hauseigene Archiv für ihre Entwurfsarbeit. Fundstücke aus der Vergangenheit, Bücher, Fotos, Accessoires und persönliche Erfahrungen verbinden sich zu einem Schatz an Inspiration. So entstehen Stoffe, Bettwäsche und Tapeten, die mit ihrer Formen- und Farbfülle Interieurs veredeln.

„Wir begeistern uns für die reduzierte Formensprache Japans, ihre besondere Modernität und die Langlebigkeit der verwendeten Materialien“, sagt Camilla Fischbacher. Zu ihren Lieblingsorten zählt das Tejima Art Museum mit seiner extremen Einbettung in die Natur. „Wir erleben immer wieder, dass in Japan Mindfulness gelebt wird“, berichtet sie. „Die starke Verbindung zur Natur, die Kunst den Moment bewusst zu erleben zeichnet die japanische Kultur aus.“ Auch vom Ise-Schrein, dem heiligsten Tempel und ältesten Shinto, geht eine große Faszination aus: „Man spürt die Energie dieses heiligen Ortes“. Wichtige Kraftquelle in Japan sind die vier Jahreszeiten. So wird der Frühling und die Kirschblüte als Symbol des Neuanfangs und der Vergänglichkeit gefeiert. Die Menschen sitzen unter den Kirschblüten und feiern. Camilla Fischbacher: „Auch wir zelebrieren es mit unserer Familie, die Kirschblüten in unserem Garten zu genießen, das habe ich in Japan gelernt.“

Annabella, der allererste Entwurf aus der Feder von Camilla Fischbacher aus dem Jahr 2008, zeigt einen Kirschblüten-Zweig mit unterschiedlich großen Blütenblättern. Er ist als ein Bestseller noch immer in den laufenden Kollektionen enthalten.

Japan-Highlight der Kollektion 2018 ist Kotori, zu Deutsch kleiner Vogel. Die Elemente von Kotori stammen von Original-Zeichnungen aus alten Büchern und anderen Archivfunden und wurden als digitale Kollage zu einem exotisch anmutenden Meisterwerk arrangiert. Das Dessin liegt auf einem stilisierten Wolken-Hintergrund aus zarten Pünktchen. Dieser ist einem Kimono entnommen. Die besondere Feinheit in der Strichführung fügt sich auf Dekorstoff und Bettwäsche zu einem berührenden Ganzen.

Reflect FR ist eine revolutionäre Neuentwicklung aus Japan: Das rein-weiße, flammhemmende Gewebe reflektiert Licht und UV-Strahlen und reduziert dadurch die Wärmeentwicklung im Raum um bis zu drei Grad. Reflect FR erhält seine rein-weiße Farbe durch Metalloxide, die in der Struktur des Garnes verankert sind. Sakura ist inspiriert von den japanischen Kirschblüten. Das Spiel der verschiedenen Blütengrößen und der Schärfegrade erzeugt einen dreidimensionalen Effekt. Sakura ist im Inkjet-Verfahren auf Stoff Reflect FR gedruckt.

Der Jacquard Tangram setzt sich aus einer glänzenden Viskosekette und einem matten Leinenschuss zusammen. Wie die Elemente eines Tangrams, eines historischen asiatischen Legespiels, besteht das Dessin aus den geometrischen Formen des Dreiecks, Parallelogramms und Quadrats, die sich zu größeren Formen zusammensetzen.

Seit zehn Jahren produziert Christian Fischbacher Tapeten für den japanischen Markt. Bester Zeuge der Japan-Affinität ist das Tapetendesign Haiku. Auf einem Medaillon-artigen Spalier lässt sich ein Schwarm farbenfroher Vögel nieder, begleitet von zartem Blattwerk.

Für die Tapete Phoenix stand der gleichnamige Stoff, eine Seide-Viskose-Mischung Pate. Dabei bleiben die schimmernden Punkte sowie die Seidenstruktur sichtbar und spürbar. Die entstandene Fläche wirkt auf subtile Weise lebendig und dabei unperfekt.